Immer im selben Raum: Wie Remote-Arbeit bei uns wirklich funktioniert
„Remote Work ist isoliert und einsam" – diesen Satz hören wir immer wieder. Und ja, für viele fühlt es sich genau so an: Allein vor dem Bildschirm, Slack-Nachrichten statt Gespräche, das Gefühl, irgendwie abgekoppelt zu sein. Doch das muss nicht so sein. Bei IDENTIC Projects arbeiten wir vollständig remote – und trotzdem sitzen wir jeden Tag zusammen.
Das Büro, das wir nicht mehr brauchen
Früher hatten wir ein Bürogebäude. Als wir noch in anderen Branchen unterwegs waren, gehörte das dazu. Doch als wir uns auf IT und digitale Lösungen fokussierten, merkten wir schnell: Dieses Gebäude brauchen wir nicht mehr. Unsere Arbeit passiert am Rechner, unsere Kunden sitzen ohnehin woanders, und unser Team ist über ganz Nordrhein-Westfalen verteilt – von Bochum über Sundern und Herdecke bis nach Bielefeld, Monheim und Mönchengladbach.
Die Entscheidung, das Büro aufzugeben, war keine Sparmaßnahme. Es war die ehrliche Erkenntnis, dass ein physischer Raum für unsere Art zu arbeiten keinen Mehrwert mehr bietet. Was wir stattdessen brauchen, ist ein Raum für Austausch – und der kann auch virtuell sein.

Unser virtuelles Büro: Den ganzen Tag im selben Meet
Was bei uns anders läuft als bei den meisten Remote-Teams: Wir sind den ganzen Tag in einem gemeinsamen Google Meet. Nicht für ein 15-minütiges Daily und dann jeder für sich – sondern wirklich durchgehend. Kameras an, Mikros an, als würden wir im selben Raum sitzen.
Das klingt für manche vielleicht überwältigend. Aber es funktioniert, weil es freiwillig und selbstverständlich ist. Niemand zwingt jemanden, die Kamera anzulassen. Niemand kontrolliert, ob man gerade „produktiv aussieht". Trotzdem hat jeder die Kamera an – weil wir es wollen, nicht weil wir es müssen.
Wenn jemand konzentriert arbeiten möchte, macht er einfach den Ton aus und geht in seinen Flow. Bei wichtigen Dingen wird kurz angepingt. Fertig. Keine komplizierten Regeln, keine Policies. Es braucht nur das Vertrauen, dass jeder seinen Job macht – und das haben wir.
Warum das besser funktioniert als gedacht
Der größte Vorteil: Wir sind ständig im Austausch. Eine kurze Frage, ein spontaner Gedanke, ein Problem, bei dem man nicht weiterkommt – all das passiert nebenbei, genau wie es in einem echten Büro wäre. Nur ohne Pendelzeit und ohne die Nachteile von Großraumbüros.
Was dabei herauskommt, sind oft bessere Lösungen. Weil jemand zufällig mithört und einen Einwand hat. Weil man schnell eine zweite Meinung bekommt. Weil niemand in seinem eigenen Silo verschwindet. Jeder ist up to date, jeder weiß, woran die anderen arbeiten. Das passiert nicht durch aufwendige Status-Meetings, sondern ganz natürlich – so wie Arbeit eigentlich sein sollte.
Ein weiterer Effekt: Flexibilität. Wenn die Arbeit nicht an einen Ort gebunden ist, kann man auch mal von woanders arbeiten. Länger verreisen und trotzdem täglich dabei sein – das war vor ein paar Jahren noch modern und aufregend, heute ist es für uns einfach normal.

Die menschliche Seite: Mehr als Kollegen
Remote heißt nicht, dass wir uns nie sehen. Alle ein bis zwei Monate treffen wir uns live – manchmal für gemeinsame Arbeit, manchmal einfach so. Und einmal im Jahr machen wir einen Städtetrip als Team.
Dieses Jahr waren wir in Budapest. Nicht irgendeinen Städtetrip – wir haben das Event um das Konzert von Luke gebaut, einem unserer Gesellschafter. Luke macht nebenbei Musik mit seiner Band Rigorious, und als klar war, dass sie in Budapest spielen, war die Frage nicht ob wir hinfahren, sondern nur wie wir das organisieren. Konzert, Stadt erkunden, zusammen Zeit verbringen. Das war kein klassisches „Teamevent" aus dem HR-Katalog, sondern einfach das, was passiert, wenn man mit Menschen arbeitet, die man mag.
Auch im Alltag verschwimmen die Grenzen manchmal – im besten Sinne. Unser virtueller Meetingraum ist nicht exklusiv. Ab und zu schauen alte Bekannte vorbei, mit denen wir früher zusammengearbeitet haben. Einfach für einen kurzen Austausch, ein Hallo, ein Update. Das fühlt sich nicht nach „Remote-Arbeit" an. Das fühlt sich nach Gemeinschaft an.

Das Beste aus beiden Welten
Remote Work muss nicht bedeuten, allein zu sein. Und Präsenzarbeit ist nicht automatisch besser für Zusammenarbeit. Was zählt, ist die Haltung dahinter: Wollen wir wirklich zusammenarbeiten, oder sitzen wir nur zufällig im selben Gebäude?
Wir haben uns für einen Weg entschieden, der zu uns passt. Ein virtuelles Büro, das immer offen steht. Echte Treffen, wenn sie Sinn machen. Und die Freiheit, von überall aus dabei zu sein.
Das Bürogebäude haben wir nicht vermisst. Den Raum, den wir stattdessen geschaffen haben, würden wir nicht mehr hergeben.

Profil
Felicita Lintner
Operations Manager & Projektassistenz